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Midgard: Das Tor nach Ta-meket
Bewertung:
(2.9)
Von: Andreas Busch
Alias: Seoman
Am: 17.12.2005
Autor:Alfred Bekker u.a.
Typ:
System:Roman
Setting:Midgard
VerlagPegasus Spiele
ISBN/ASIN:3-937826-22-X
Inhalt:350 Seiten, Softcover
Sprache:Deutsch

Das Tor nach Ta-meket

Bei diesem Buch handelt es sich um eine Sammlung von mehreren Geschichten, wovon die Geschichte „Das Tor nach Ta-meket“ fast 120 Seiten von insgesamt 350 einnimmt. Insgesamt gibt es zehn Geschichten von verschiedenen Autoren, die Geschichten spielen in sehr unterschiedlichen Ländern von Midgard.

 

Das Softcover bietet ein schönes, wenn auch ein wenig altmodisches Titelbild, dass Papier ist nicht hellweiß, sondern ähnelt eher vergilbten Seiten eines alten Buches, Schriftgröße und Schriftbild sind akzeptabel. Illustrationen fehlen leider, jedoch gibt es eine Karte Eschars , wo auch die Titelgebende Geschichte spielt. Zusätzlich zu den einzelnen Geschichten gibt es eine Einführung oder auch Einleitungen, wobei nicht sonderlich gelungen scheinen sondern viel mehr erzwungen. Positiv fallen die Kurzbiographien der Autoren und das Namensverzeichnis aller vorkommenden Personen am Ende des Buches positiv auf.

 

Das Tor nach Ta-meket (Alfred Bekker)

In „Das Tor nach Ta-meket“ von Alfred Bekker geht es darum, dass eine Gruppe Waelinger („Wikinger“) ein Schiff entert und dabei keine große Beute macht. Doch einer der Reisenden, Inshur, augenscheinlich ein Magier, erzählt dem Anführer der Waelinger von einem riesigen Schatz in Eschar, um so seinem sicheren Tot zu entgehen. Die Lage des Schatzes ist nur Inshur bekannt ist und den man zusammen leicht holen bergen und „teilen“ könnte. Aufgrund der angespannten Lage an Bord(Unruhen unter den Waelingern) geht der Kapitän auf den Handel ein und die Truppe macht sich auf den Weg zu den Ruinen des untergegangen Ta-meket im heutigen Eschar.

Mehr will ich über den Inhalt nicht verraten, doch die Geschichte ist sehr interessant geschrieben und hat einige mehr oder weniger vorhersehbare Wendungen. Die Geschichte ist eine der besten in diesem Buch, doch ist sie oftmals zu kurz und zu verwirrend gestaltet.

 

Der Magier (Rainer Nagel)

Es folgt eine Geschichte von dem Herausgeber Rainer Nagel, welche mit ihren 6 Seiten die kürzeste Geschichte in diesem Buch darstellt. Man wird sich fragen was kann man von solch einer Geschichte erwarten, und ich kann wohl mit Recht behaupten sehr viel. Diese Geschichte besticht durch ihre Kürze aber gleichzeitig auch durch ihre Qualität. In der Geschichte geht es um einen Magier, welcher durch zwei Krieger um Hilfe gebeten werden soll.

 

Die Bandor-Triologie (Alexander Huiskes)

Die Triologie handelt von dem Magus Bandor, welcher ständig von seinem unsichtbaren Begleiter begleitet wird was oftmals zu witzigen Situationen führt und die Geschichte somit auflockern, dies ist ab dem zweiten Teil auch bitter nötig da die Geschichte eher schleppend und langatmig verläuft. Der dritte Teil ist dann gänzlich ohne Humoristische Einlagen und so ist dieser Teil auch nicht mehr sonderlich gelungen. Der erste Teil weis zu überzeugen und hat mir recht gut gefallen, jedoch konnte der Autor dieses Potenzial nicht wahren und seinem Stil treu bleiben.

 

Die Morde in die Via Orc (Axel Gottschalk)

Dieser kniffligen Detektivgeschichte ist sehr spaßig. Die Geschichte besticht durch ihre Pointe und ihrem Humor. Mit einem gesunden Sinn für Humor wird ein kniffliger Fall geschildert der zu unterhalten weiß.

 

Die Vanasfarne-Geschichten (Rainer Nagel)

Die längeren zweiten Geschichte von Rainer Nagel ist unschwer die Vorliebe des Autors für Sprachen erkennbar, ebenso seine Kenntnisse über die Welt Midgard und ihre Länder. Die Handlung ist folgende: Ein Gelehrter beschäftigt sich mit alten Geschichten, die eine Reise nach Vanasfarne schildern. Interessanterweise stellt eine bestimmte alte Variante jedoch eine Person genau entgegengesetzt zu den anderen Varianten dar. Was den Gelehrten folglich sehr interessiert und er so neugierig geworden in die Geschehnisse eindringt. Er wird so auf mysteriöse Weise damit verstrickt und beschwört einen dunklen Schatten aus der Vergangenheit herauf.

Diese Geschichte ist äußerst einfallsreich und hat mir sehr gut gefallen, gerade weil ein gutes Gegenstück zu vielen der anderen Geschichten darstellt.

 

Die Wölfin von Dunwold / Gebrandmarkt! (Christel Scheja)

Mit Die Wölfin von Dunwold und Gebrandmarkt! hat Christel Scheja zwei kurze Geschichten beigesteuert, die beide in Alba spielen, dem „Midgard-Schottland“. In der ersten Geschichte geht es um die Tochter eines Laird, dessen Clan in Bedrängnis durch Räuber ist. Nun soll die Tochter den Sohn des Lairds eines anderen Clans heiraten, damit dieser Clan ihrem eigenen Clan zu Hilfe kommt. Zusammen mit den Truppen macht sich das Paar (das wenig wohl eher gar keine Liebe füreinander empfindet) auf um die Räuber zu vertreiben. Die Rückkehr ist anders als gewollt und die Sache mit der Hochzeit steht auch noch im Raum …

Auch in der zweiten Geschichte geht es um eine Frau, hier um eine Wirtstochter. Diese himmelt eine in der Gaststube untergekommen Kämpferin an, deren Gesicht verunstaltet wurde. Im Laufe der Handlung zeigt sich, dass sich Vater und Kämpferin kennen. Die Tochter fällt dann später in die Hände von Räubern und Vater und Kriegerin machen sich auf, sie zu retten.

Für mich hätte das Ende anders sein müssen, so wirkt es letztendlich wieder erzwungen. Letztlich sind beide Geschichten unterhaltsam. Wobei mir die erste Geschichte sehr viel besser gefallen hat.

 

Brans Tod (Manfred Roth)

Brans Tod von Manfred Roth spielt in Erainn. Bran, ein Mensch, fordert einen Coraniaid, einen unsterblichen Elfen auf, ihn von seinem Siechtum zu erlösen und ihn zu töten. Der Coraniaid weigert sich erst, aber Bran erhebt seine Waffe gegen ihn und das Schicksal nimmt seinen Lauf.

Die Geschichte ist wirklich orginell und mit einem interessanten Hintergrund (Der Frage ob Elfen sterben) versehen, was mich sehr faziniert hat.

 

Die Katze (Isolde Popp)

Den Abschluss bildet dann die Geschichte Die Katze von Isolde Popp, welche in Kann Thai Pan spielt, was als eine Mischung von Japan und China bezeichnen könnte. Sie illustriert sehr gut die Intrigen am Kaiserhof und ist ziemlich verwirrend, aber das ist sicherlich gewollt und lässt den Leser mit einem Lächeln im Gesicht zurück. Leider sehr kurz und ohne wirklichen Charaktertiefgang, aber als kleine Episode sehr gelungen. Sie steht in Zusammenhang mit dem Midgard Abenteuer Der Ruf des Roten Raben.

 

Fazit:

Die Geschichten sind leider teilweise sehr kurz und oft nur durchschnittlich aufgrund ihrer Kürze. Aber sie illustrieren ein wenig die Welt Midgard und sind gut lesbar, bei einem Midgardunwissenden regt es auch Interesse an diesem Setting. Fans sollten wahrscheinlich hier ruhig mal reinschauen, aber man kann auch nicht von einem Pflichtbuch sprechen, außer man möchte die Reihe generell unterstützen. Ich würde es in die Kategorie Durchschnittsware einordnen, da es leider zu viele Geschichten gibt die nicht so gelungen sind wie Andere. Auch wäre eine qualitative Steigerung der Geschichten sicherlich nicht verkehrt. So bleibt nur zu sagen: Ganz nett zu lesen, aber auf keinen Fall ein Pflichtkauf, vor allen nicht für Nicht-Midgard-Fans.