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DunDjinni Platinum
Bewertung:
(3.5)
Von: Gordon Gurray
Alias: Talamar
Am: 17.08.2004
Autor:Scott Mathews, Jason Taylor, Steve Ohmert u.a.
Typ:
System:D20 v3.5
Setting:Battlemaps, Floorplans, Maps, Universell
VerlagFluid Entertainment
ISBN/ASIN:
Inhalt:Wahlweise Download oder CD, Manual
Sprache:Englisch

Maps im Wizards-Look.

Campaign-Karte
(klick to zoom)

ACHTUNG!!!

Nachdem ich die Software aufgrund der kniffligen Bedienung schon lange nicht mehr genutzt habe, würde ich sie heute abwerten und schlechter benoten. Die kleineren Updates haben das sicherlich seither nicht maßgeblich verbessert, auch wenn ich sie nicht kenne, aber auch wenn mir DunDjinni zuerst ganz gut gefallen hat, kommt die Software imho nicht an den Campaign Cartographer heran - schon gar nicht seit der CC3 version - und wirkt im direkten Vergleich einfach zu schwach. Deswegen würde ich die Note heute auf 3.0 - 3.5 runterwerten.

- Gordon Gurray - Dezember 2007

 

 

Jeder D&D Spieler kennt es: das immer wiederkehrende Staunen, das Einem entflieht, wenn man wieder einmal eine der wirklich hervorragenden Karten (egal ob Floorplan, Battlemap oder Handout) in einem Wizards Produkte oder auf deren Homepage, sieht, die heute den Standard im Genre bilden. Sicher gibt es einige unter uns Spielern, die mit bestimmten Bildbearbeitungsprogrammen (z.B. Photoshop) gut umgehen können und ebensolche exzellenten Karten erstellen können. Die Meisten jedoch können dies nicht und/oder aber auch keine Zeit sich in das Metier einzuarbeiten. An dieser Stelle kommt DunDjinni auf die Bühne, die Mapping-Software aus dem Hause Fluid Entertainment. Schon lange gibt es zahlreiche Mapping-Tools in der weiten Internet- und Software-Welt und es sind auch einige wirklich hervorragende Programme dabei (wie z.B. das exzellente, aber auch einarbeitungsbedürftige CC2), aber es gibt auch viel Schrott. DunDJinni schlägt einen neuen Weg ein und will den hohen Standard, den die Industrie im Genre vorgibt auch für den normalen User einfach und leicht zugänglich machen. Dabei setzt die auf Java basierende Software voll und ganz auf fotorealistische respektive hochauflösende Grafiken und Texturen. Im Folgenden werden übrigens keine direkten Vergleiche zu anderen Mapping-Tools gezogen, denn diese sind aufgrund ihrer grundlegenden Verschiedenheit, zumeist nicht vergleichbar.

 

Editionen & Ausstattung:

DunDJinni gibt es in drei verschiedenen Ausführungen, der Silver, Gold oder Platinum-Edition. Diese drei Varianten unterscheiden sich durch ihre Ausstattung, wobei die Platinum Edition logischerweise, die am Besten ausgestattete Version ist, aber auch die teuerste. In der Silver-Edition fehlen zum Beispiel bestimmte der so genannten Art-Packs (Village, Castle, Temple), welche in die Platinum-Edition bereits integriert sind. Art-Packs liefern neue Symbole und Objekte. Dennoch sind auch in der Silver-Edition bestimmte Art-Packs bereits vorhanden (Dungeon, Wild). Außerdem werden nach und nach neue Art-Packs veröffentlicht, die über die Website gekauft werden können. Alle Unterschiede zwischen den Versionen, könnt ihr hier sehen. Als Rezensionsobjekt diente uns hier die Platinum-Edition.

 

DunDjinni: Was ist das?

Temple

Wie schon gesagt, ist DunDjinni ein Mapping-Tool, welches auf der Java-Technologie (von Sun) basiert. Dabei arbeitet DunDjinni mit hochauflösenden Grafiken und Texturen, die im verlustfreien PNG-Bildformat geliefert werden. Mit einer recht einfach zu erlernenden, wenn auch nicht wirklich intuitiven Benutzeroberfläche, kann der Benutzer letztendlich schnell und recht einfach, exzellente Bodenpläne, Battlemaps oder auch Dungeon- oder Stadtkarten, nach einer Art Baukastenprinzip zusammenbauen. Dabei orientiert sich das ganze Programm an Funktionen, die viele PC-Benutzer schon aus diversen Fotobearbeitungs-Tools kennen (wie Photoshop, Paint Shop oder Gimp), jedoch sind die vorhandenen Funktionen auf ein ausreichendes Minimum beschränkt. Außerdem bietet DunDJinni noch einen integrierten „Adventure-Editor“, der es dem Spielleiter erlaubt, seine Abenteuer und Kampagnen, durchzuplanen (Mehr dazu später).

 

Erster Eindruck:

DunDJinni ist schnell und einfach installiert und auch die notwendige Java-Engine wird direkt mitgeliefert. Alternativ kann man aber auch einfach die Java-Engine von Sun downloaden und die aktuellste Version vor der Installation von DunDjinni aufspielen. Man klickt auf das Icon und nach ein paar Sekunden ist die Oberfläche geladen. Der User sieht drei Fenster: das eigentliche Arbeitsfenster, sowie das Tool und das Map Item Fenster. Im ersten wird die Karte geöffnet und bearbeitet und man hat die üblichen, von Windows bekannten Drop-Down Menüs zur Verfügung (Datei, Ansicht etc.). Das Tool-Fenster bietet die Zeichen- und Auswahlwerkzeuge, wie z.B. Selection, Marquee, Stamp, Fill oder auch das Textwerkzeug, eben die Standardfunktionen einer Bildbearbeitung. Über das dritte Fenster (Map Item) kann der User die Symbole, Grafiken und Symbole, bequem nach Kategorien und Unterkategorien sortiert (z.B. Fantasy/Dungeon/Floor), ansehen und auswählen. Auf den ersten Blick erscheint DunDjinni übersichtlich, wenn auch für Windows durch die drei Fenster eher ungewohnt. Auch das mitgelieferte, 120 Seiten starke, Handbuch (da unsere Version eine Download Version war, war auch das Manual als PDF dabei) macht einen gut strukturierten und leichtverständlichen Eindruck.

 

Was kann DunDjinni?

Sewers

Global wurde diese Frage ja schon beantwortet, aber gehen wir ins Detail. Nachdem Start der Software ruft man eine neue Karte auf (oder lädt eine Vorhandene) und schon kann man loslegen. Der D&D/D20 Freund merkt schnell, dass die Software stark auf den D20 Regeln ausgelegt ist, denn das Grid (Gitternetz) ist standardmäßig auf 5 ft. eingestellt und alles orientiert sich an diesen Maßen. Allerdings kann man diese Einstellungen auch verändern, sollte dies notwendig erscheinen. Je nachdem welches Werkzeug man in der Toolleiste eingestellt hat, erscheinen im Hauptfenster oben unterschiedliche Optionen. Hat man z.B. das Zoom-Tool aktiviert so erscheinen dort vordefinierte Buttons mit denen man schnell verschiedene Zoomstufen anwählen kann (1/10, 1/4, 1, 1 1/2 etc). Dabei wechselt das Programm gegebenenfalls selbstständig vom schnellen Overview-Modus in den hochauflösenden Detailmodus. Hat man hier z.B. das Auswahl-Tool aktiviert findet man gänzlich andere Buttons in dieser Leiste, z.B. zum Steuern der verschiedenen Layer. Thema Layer: DunDjinni arbeitet, ähnlich wie die besseren Fotobearbeitungsprogramme, mit Layern (Ebenen). Verschiedene Objekte werden automatisch auf einer vordefinierten Ebene abgelegt (Wände auf der Walls-Ebene, Türen auf der Door-Ebene usw.). Dadurch ist es im Nachhinein einfach bestimmte Objekte zu entfernen oder zu verändern. Hier merkt man die deutlichste Anlehnung an die Fotobearbeitungsprogramme. Allerdings sind einige Tools ein wenig gewöhnungsbedürftig in der Handhabung und benötigen ein wenig Einarbeitung. Hier kann man die Software auf jeden Fall verbessern.

Soweit so gut, wir haben jetzt eine Blankokarte geöffnet und können loslegen. Zuerst wählt der User im Map Item Fenster eine Kategorie aus. Dazu sollte man vorher wissen, was man denn genau zeichnen will (Dungeon oder doch lieber ein Dorf?). Auf jeden Fall wählt man eine Bodentextur oder eine Wandart aus und legt los und zeichnet eifrig in die Karte. Dies kann man entweder mit flächenfüllenden Tools bewerkstelligen oder aber auch per Stamp-Funktion. Mit Letzterer setzt man für jedes Rasterfeld eine neue Kopie vom gewählten Objekt. Anschließend fügt man die verschiedenen Details hinzu, wie z.B. Häuser, Türen, Schätze, Monster oder andere Objekte. Dabei ist die Auswahl schon durch die Art-Packs recht ordentlich, kann aber auch jederzeit durch eigene Kreationen (im PNG Format) ergänzt werden. Objekte kann man dabei nach Herzenslust manipulieren. Okay, das ist übertrieben, aber grundlegende Edit-Funktionen sind eben möglich (wie Drehen, Verschieben, Skalieren oder Spiegeln). Außerdem kann man natürlich auch ausgiebige Beschriftungen mit dem Textwerkzeug anbringen. Im Overview-Modus erschreckt man sich aber schnell (gerade beim Skalieren), denn die Objekte erscheinen schnell pixelig. Schaltet man auf den Detail-Modus um, so werden die Objekte allerdings gerendert und wirken dann gestochenscharf und hochauflösend (zumindest in der 100% Ansicht).

Sowieso kann sich die Qualität sehen lassen, denn die Karten wirken hervorragend und absolut detailgetreu. Natürlich hängt dies auch von den benutzten Grafiken ab, wobei die mitgelieferten Objekte und Texturen auf jeden Fall erstklassig sind. So hat man schnell eine Karte zusammengebaut, die sich speichern lässt (zum späteren Nachbearbeiten absolut zu empfehlen) oder in andere Formate exportieren lässt (Jpg, Png, HTML, XML), wobei auch eventuelle Encounter und Abenteuerdaten exportiert werden können. Womit wir auch beim nächsten Thema wären.

 

Abenteuer-Editor

Cascade Locks

DunDjinni ist auch für das Konstruieren von Abenteuern ausgelegt. Dazu gibt es verschiedene Dialoge (Room-, Story-, Character-, Monsterdialog usw.) mit dem Mann recht präzise allerlei Begegnungen und Ereignisse in die Karte einbauen kann. Zum Beispiel nimmt man einen Encounter-Token (ein spezielles Icon) eines Monsters und setzt es in einen Raum. Über den entsprechenden Dialog kann man nun genau angeben, welche Spielwerte (Stats) das Vieh hat. Äußerst nützlich ist auch die Möglichkeit, so genannte Roomkeys zu definieren. Beispiel: ein Raum ist schön gefüllt mit Objekten, Schätzen und Monstern. Nun definiert man diesen mit einem Roomkey und schon hat man alle diese Objekte, die sich innerhalb des definierten Bereichs befinden in eine Liste übernommen, die neben einer Auflistung auch alle notwendigen Statistiken bietet.

 

Was noch?

DunDjinni hat noch weitaus mehr Funktionen, die zu erläutern, hier den Rahmen sprengen würden. Interessant und erwähnenswert ist noch die Möglichkeit, eine Karte direkt zu einer D20 konformen Battlemap zu portieren – mit einem Klick. Außerdem muss hier unbedingt erwähnt werden, dass die DunDjinni Community (erreichbar über den Link auf der rechten Seite) bereits gut gewachsen ist und es mittlerweile knapp 200MB an zusätzlichen Objekten, Symbolen und Texturen von Usern für User zum freien Download gibt. Damit man dabei nicht das gesamte DunDjinni-Forum durchsuchen muss, hat eine Userin (cecil) eine Webseite auf der sie jede Woche, alle neuen Grafiken aller User als Paket zum Download anbietet (Link auch rechtsseitig). Es lohnt sich also in das Forum zu schauen. Außerdem bieten auch die DunDJinni-Macher jede Woche eine offizielle Grafik zum Download an (via ihrer Website) und weitere Art-Packs sind in Arbeit. Die Letzteren sind dann allerdings kostenpflichtig. Der Preis der Platinum Edition liegt bei knapp 80 USD, was zwar ein Happen Geld ist, aber angesichts der Möglichkeiten und der zahlreichen mitgelieferten Objekte (wie gesagt aufpassen, bei anderen Editionen ist weniger drin!) ist der Preis schon okay.

 

Fazit:

DunDjinni

DunDjinni lässt das Herz eines jeden D&D Fans höher schlagen, der gerne Battlemaps, Bodenpläne und vor allem die schönen Karten von Wizards of the Coast verwendet, denn die Software macht es möglich, das nach extrem kurzer Einarbeitungszeit, jeder User solch professionelle Karten zusammenbauen kann. Dabei funktioniert die Software fast gänzlich nach einem Baukasten-Prinzip, lässt aber mehr als ausreichende Manipulationen zu, um die Karten absolut hervorragend zu gestalten. Allerdings können die Entwickler am Bediener-Interface von DunDjinni noch einiges zurechtfeilen, denn an einigen Ecken und Enden ist das Programm doch wenig intuitiv (z.B. Marquee-Werkzeug und das versetzte platzieren). Aus diesem Grund wurde das Programm auch ein wenig abgewertet und schlittert knapp an einer Höchstnote vorbei. Die Qualität der Karten steht den Wizards-Karten in nichts nach, sofern die Ausgangsgrafiken hochauflösend sind (die mitgelieferten sind das). Außerdem bietet DunDjinni noch einen umfangreichen Abenteuer-Editor, mit dem der Spielleiter wichtige Informationen zu Örtlichkeiten, Räumen, Monstern oder sonstigen Begegnungen und Ereignissen direkt mit in die Karte einbinden kann. Sogar das vorherige definieren von bestimmten Räumen ist dabei möglich und so werden mit einem Klick alle nötigen Statistiken geliefert. Die getestete Platinum Edition beinhaltet ein großes Paket an so genannten Art-Packs (zusätzlichen Grafiken) und kostet etwa 80 USD. Es gibt noch zwei „kleinere“ Varianten von DunDjinni, die zwar günstiger sind, bei denen dann aber auch einige Art-Packs und Funktionen fehlen (siehe dazu die Übersicht auf der DunDjinni-Website). Auf jeden Fall ist DunDjinni ein exzellentes Tool, um Karten, Bodenpläne und Battlemaps inklusive Abenteuer-Infos herzustellen.

 

Ein Vergleich der sein muss...

Als einziger wirklicher Vergleich, der aber nicht in die Rezensionsnote einfließt, möchte ich hier kurz den Campaign Cartographer 2 (CC2) anführen. Jene die mich kennen wissen nämlich, dass ich ein ganz großer CC2-Fan und Verfechter dieser Software bin. Dennoch hat mich auch DunDjinni begeistert, denn eigentlich schlägt das Programm in eine andere Richtung als CC2. Während CC2 auf CAD basiert und rein vektororientiert arbeitet, bietet DunDjinni pixelorientierte Grafik, die zwar hochauflösend, aber dennoch beschränkt aufgrund ihrer Art, ist. Während DunDjinni mehr für User gedacht ist, die mal eben schnell ein paar nette und schöne Karten zusammenbauen wollen, ist CC2 schon seit Jahren für jene User da, die ganze Welten, möglichst detailgenau zeichnen wollen. Wer Interesse an CC2 hat, sollte sich die Rezension zu dieser Software hier im DnD-Gate ebenfalls anschauen. Wie gesagt, meiner Meinung sind DunDjinni und CC2 keine direkten Konkurrenten, denn sie sind grundlegend verschieden und zielen auch in verschiedene Richtungen, auch wenn es sich bei beiden Programmen, um Mapping-Tools handelt.

Swamp Hideout
Underground Temple
Graveyard

 

 

© Screenshots by Fluid Entertainment
Wir danken für die freundliche Unterstützung.