Artikel 13

Liebe Nutzer des DnD-Gates

Der am Abend des 13.02.2019 entgültige Entwurf zur Reformierung des EU-Urheberrechtes und des Leistungsschutzrechtes bringt uns, wie viele andere, in eine möglicherweise schwierige, zumindest aber unklare Situation.

Durch Artikel 13 der Reformierung wird auch das Leistungsschutzrecht auf EU-Ebene eingeführt. Dies bedeutet das kommerzielle Anbieter gehalten sind im Vorfeld vorsorglich Lizenzen einzuholen für alles was Ihre Anbieter posten könnten, während Nicht-Kommerzielle Anbieter, wie DnD-Gate, angehalten sind alles in Ihrer Macht mögliche zu tun um Inhalte die möglicherweise Kopien sind, von vornherein zu blockieren.

Ausnahmen hiervon sind nur für Startups definiert die weniger als 10 Millionen Jahresumsatz, weniger als 5 Millionen Besucher pro Monat und nicht älter als 3 Jahre sind. Natürlich erreichen wir weder Umsatz (da kostenloses Angebot) noch Besucher pro Monat annäherungsweise, allerdings existiert das DnD-Gate länger als 3 Jahre.

Ebenfalls ist eine Ausnahme für private nicht-kommerzielle Projekte (wie z.B. Wikipedia) vorgesehen. Hier würden wir das DnD-Gate zwar selbst hinzuzählen, allerdings ist hier nicht genauer definiert was ein privates nicht-kommerzielles Projekt ausmacht. Folglich könnte ein einfacher Hinweis auf z.B. ein Kickstarter-Funding schon dazu führen nicht mehr als private und nicht-kommerziell angesehen zu werden. Sollte diese Unsicherheit bestehen bleiben wäre möglicherweise die einzige Lösung die technische Filterung eurer Beitrage (Upload-Filter) um eine mögliche Haftung für uns auszuschließen. Hierbei sollte erwähnt werden das es technisch nur das System „Content-ID“ von Google gibt was diese Aufgabe möglicherweise annähernd leisten kann – und dies des öfteren noch nicht einmal anscheinend besonders gut. Hinzu kommt das ebenfalls noch völlig ungeklärt ist ob die Inanspruchnahme von Content-ID (oder noch nicht existierenden ähnlichen Systemen) zudem kostenlos ist oder in Zukunft jeder geprüfte Inhalt, wie z.B. ein Forumsbeitrag von euch, für uns als Betreiber Geld kostet. Ebenfalls ungeklärt ist auch die Datenschutzfrage da damit praktisch alles was von euch Usern im Internet generiert wird dann durch ein zentrales System eines privaten Unternehmens, wie z.B. Google, geschleust werden müßte.

Wir bitten euch daher euch ein eigenes Bild zum Thema EU-Urheberrechtsreform und Leistungsschutzrecht zu machen und gemäß eurem Gewissen ggf. zu handeln.

Gute Anlaufpunkte für Informationen ist hierbei das Blog der EU-Abgeordneten Julia Reda die für einen Stop des aktuellen Entwurfes kämpft.

Solltet Ihr den Stop des Artikel 13 unterstützten und das Internet und euer Recht ungefiltertet am Internet zu partizipieren bewahren wollen könnt ihr das hier tun: Saveyourinternet.eu
Dort könnt Ihr z.B. direkt per Mail Kontakt zu abgeordneten des EU-Parlamentes aufnehmen.
Ebenfalls gibt es eine Petition zum Stop der Reform in Ihrer aktuellen Form.

Einen journalistisch Aufbereiten Artikel hierzu gibt es auf Netzwelt.de oder im folgenden erklärt im Video.

Danke für eure Aufmerksamkeit.

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