Sharner Kobold Sharner Kobold

 

u
Defenders of Faith
Bewertung:
(3.0)
Von: David Bücker
Am: 11.11.2003
Autor:James Wyatt and Rich Redman
Typ:
System:Dungeons & Dragons 3E
VerlagWizards of the Coast
ISBN/ASIN:
Inhalt:96 Seiten, Softcover
Sprache:Englisch

Defenders of Faith

Bei Defenders of the Faith handelt es sich, wie bei dem Vorgänger Sword and Fist, um ein 96 Seiten starkes Softcover. Das Titelbild ist recht nett, aber nicht überwältigend. Das Buch beschäftigt sich eingehender mit zweien der 11 Hauptklassen, nämlich Klerikern und Paladinen. Insgesamt 4 Kapitel und ein Anhang warten darauf, erkundet zu werden.

 

Das erste Kapitel beschäftigt sich mit der Rolle der beiden Klassen im Spiel und wie man deren Fähigkeiten effektiv ausnutzt. Die Anwendung von Heilungs- und Erkenntniszaubern wird genauso behandelt, wie die Rolle des Klerikers im Kampf und wie sie gekonnt ausgefüllt werden kann.

 

Ähnliches steht zum Paladin geschrieben, jedoch gesellen sich hierzu noch Abschnitte über den Kodex des Paladins, seine Pflichten, mögliche Taktiken und ein Abschnitt über alternative Reittiere. Dieser ist recht umfangreich und offenbart einige interessante Alternativen. Weiterhin wird im ersten Kapitel auf Einsatzmöglichkeiten positiver und negativer Energie und auf das Thema göttliche Intervention und Glaubenswechsel eingegangen.

 

Schließlich werden noch ein paar neue Handwerks- und Berufsfertigkeiten eingeführt, sowie andere Einsatzmöglichkeiten für bekannte Fertigkeiten vorgestellt. Auch 14 neue Talente werden beschrieben, von denen einige in die neue Kategorie ?Divine? fallen und der Turn Undead Fähigkeit des Klerikers sehr interessante Verwendungsmöglichkeiten geben. Die Talente machen durchweg einen sehr ausgewogenen Eindruck und fügen sich gut in das Gesamtbild der Core Rulebooks ein.

 

Letztendlich beschreibt das Kapitel noch allerhand Handwerkszeug des Klerikers. Hierzu gehören diverse Utensilien des täglichen Tempelgebrauchs und einige neue magische Gegenstände. An dieser Stelle ist aber Vorsicht geboten, denn die Gegenstände wollen dringend auf ihre Ausgewogenheit hin überprüft werden. Die Speed-Ability für Rüstungen ist so ziemlich der gröbste Fehler, der den Machern bislang unterlaufen ist. Hier sollte man sich überlegen, ob man sie vollständig streicht und sich somit einen Gefallen tut. Ansonsten gibt es aber einige interessante Gegenstände anzusehen.

 

Das zweite Kapitel widmet sich ganz religiösen Vereinigungen und Tempeln. Ausführungen zu Glaubensrichtungen jeder der 9 Gesinnungen werden von einigen Tempelkarten samt Beschreibung der Bewohner begleitet. Außerdem werden noch einige besondere Kirchen vorgestellt. Ein kleines Stück des Kapitels beschäftigt sich mit der Ökonomie von Tempeln, sprich Unterhaltskosten und Bedürfnisse der Bewohner und Ähnliches.

 

Das 3. Kapitel widmet sich ganz einem der neuen Standbeine der 3.Edition, Prestigeklassen. Insgesamt 14 neue Prestigeklassen gibt es hier, wobei eine davon, der Hunter of the Dead, bereits vor Erscheinen des DotF im US Dragon Magazine veröffentlicht wurde. Auf jede Prestigeklasse hier einzeln einzugehen würde zu weit führen. Einen Überblick über die Klassen und eine Kurzbeschreibung kann man sich in der großen D&D Datenbank hier im RPG Gate verschaffen. Insgesamt lässt sich sagen, dass es einige durchaus interessante Wahlmöglichkeiten gibt, jedoch wirken einige Klassen unrund und überarbeitungsdürftig. Hier drängt sich der Verdacht auf, dass der eine oder andere Reviewzyklus vor der Veröpffentlichung drigend zu empfehlen gewesen wäre, da an vielen Stellen doch noch Klärungsbedarf besteht.

 

Das vierte Kapitel beschäftigt sich eingehend mit neuen Zaubersprüchen für alle göttlichen Zauberwirker aus dem Spielerhandbuch, obwohl Waldläufer und Druiden natürlich nur eine Nebenrolle spielen (aber ja auch noch ihr eigenes Buch bekommen). Einige Zauber sind bestimmt sehr interessant und eine Alternative zu den Standardzaubern aus dem Spielerhandbuch, wirklich aus der Reihe fällt aber keiner. Außerdem werden in dem Kapitel noch neue Prestige Domänen eingeführt. Hierbei handelt es sich um Domänen, die ein Charakter einer bestimmten Prestigeklasse zusätzlich zu eventuell vorhandenen Domänen erlangen kann.

 

Im Anhang werden schließlich noch 36 nichtmenschliche Götter vorgestellt, die von solchen Völkern wie Riesen, Drachen oder aber auch Betrachtern und Goblins verehrt werden. Eingeschlossen ist jeweils eine Kurzbeschreibung, die Gesinnung, die klerikalen Domänen und die typischen Anhänger der Gottheit.

 

Und das war es dann auch mit dem Inhalt. Letztlich kann man über Defenders of the Faith vieles sagen, aber wahrscheinlich trifft vor allem eines zu: ?Das hätte man besser machen können.? Gerade AD&D Kennern wird auffallen, dass das Werk im Schatten des übermächtigen ?Handbuch für Paladine? der 2nd Edition steht, welches das Thema wirklich weit tiefer behandelt. Leuten, die neu in der Materie sind, werden dem Buch jedoch noch viel Nützliches abringen können. Für alle anderen aber ist es nicht viel mehr, als viel Altbekanntes im neuen Mantel. Lediglich die Tatsache, dass die neuen Regeln auch einige neue, teils gute Ideen mit sich gebracht haben, bewahrt das Buch davor, völlig im Abseits zu stehen.

 

So lässt sich abschließend sagen, dass vor allem auf der Regelseite viel Neues geboten wird, aber selbst dort ist nicht alles Gold, was glänzt. Was Hintergrundinformationen betrifft, so haben die Autoren schon wahrlich Besseres hervorgebracht. Letztlich ist das Buch nur Durchschnitt, für Kleriker- und Paladinfans empfehlenswert, aber sonst eher unwichtig. Für den Preis gibt es Besseres.