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Monster-Handbuch II
Bewertung:
(4.4)
Von: Mario Schmiedel
Alias: Quel'Thalas de Navale
Am: 22.02.2007
Autor:Rich Burlew, Eric Cagle, und Jesse Decker
Übersetzer: Daniel Schumacher
Typ:Grundregel-Erweiterung
System:D&D 3.5
Setting:generisch sowie Eberron und Vergessene Reiche (siehe Rezi)
VerlagFeder und Schwert
ISBN/ASIN:10: 3937255923
13: 978-3937255927
Inhalt:238 Seiten, Hardcover
Sprache:Deutsch

Vor kurzem ist das von vielen ersehnte Monster-Handbuch II (im Folgenden nur MHB II genannt) auf Deutsch erschienen. Ich möchte deshalb auf die Rezension von Dominik „Doombrand“ Stieler verweisen, der die englische Ausgabe des Buches (Monster Manual III) vor fast 2 ½ Jahren für das Gate rezensierte. Ein Link dazu befindet sich in der Info-Box. Ich werde mich größtenteils auf die Übersetzung sowie Änderungen gegenüber dem Original beschränken und nur beim Fazit etwas über den Inhalt sagen.

 

Monster-Handbuch II, das in Wirklichkeit die Nummer Drei ist

Es gibt zwei Hauptgründe, weshalb der Verlag Feder & Schwert den dritten Teil der „Monster Manual“- Reihe übersetzt und den zweiten ausgelassen hat. Der erste und wichtigste Grund ist der, dass der zweite Teil im Original noch auf den D&D-3.0-Regeln basiert. Da Feder & Schwert jedoch versuchen, ausschließlich D&D-3.5-Bücher zu übersetzen (Ausnahmen bilden essentiell wichtige Bücher wie das bald erscheinende Götter & Kulte für die Spielwelt der Vergessenen Reiche), ist die Wahl auf das Monster Manual III gefallen. Ein weiterer wichtiger Grund ist der, dass das Monster Manual III sein Hauptaugenmerk auf die Spielwelt Eberron legt. Viele Monsterbeschreibungen besitzen kurze Abschnitte, in denen steht, wo man das Monster auf der Welt Eberron (aber auch in den Vergessenen Reichen) antreffen kann und welche Rolle es dort spielt. Da WotC kein eigenes Monsterhandbuch für Eberron herausbringen wollte (wie es noch die Vergessenen Reiche bekamen), haben sie sich für diesen Schritt entschieden. Ein weiteres Element ist deshalb, dass Eberron-spezifische Völker, wie etwa die Kriegsgeschmiedeten oder die Wechselbälger, hier ebenfalls anzutreffen sind. Da das Eberron-Setting auch in Deutschland eine große Fangemeinde besitzt, lag die Entscheidung von Seiten Feder & Schwerts nahe, sich für die dritte Ausgabe zu entscheiden.

Da es F&S jedoch nicht zu Verwirrungen kommen lassen wollte, hätte man das Buch wie im Original mit der Nummerierung „Drei“ versehen, haben sie es Monster-Handbuch II genannt, damit es sich nahtlos einreiht.

 

Art, Aussehen und Material

Das Monster-Handbuch II ist ein schmuckes Hardcoverbuch, welches wie das Original vollständig farblich illustriert und gelayoutet ist. Leider besitzt auch das MHB II einen weicheren Pappdeckel sowie dünneres Papier für die Seiten als das englische Original (siehe Anmerkung bei der Rezension des Zauberkompendiums).

 

Errata, Sprache und Übersetzung

Errata waren bei der englischen Originalausgabe einige vorhanden. Diese wurden natürlich wie immer komplett von Feder & Schwert, bzw. Daniel Schumacher, dem Übersetzer, eingearbeitet. Auch wurden vom F&S-Team einige Fehler, die noch nicht in den Errata vertreten waren, entdeckt und korrigiert, wie etwa bei dem normalen Knochentrinker, bei dem im Original die Beschreibung der Fähigkeit Knochentrinken, sowie die Erläuterung, welche Fertigkeitsboni er erhält, fehlten. Ein weiteres Beispiel ist der Todeskreischer, bei dem die Information fehlte, ob er Charismaschaden oder Charismaentzug verursacht, gleiches beim Sorgentrinker-Dämon, bei dem das Problem mit Konstitutionsschaden oder Konstitutionsentzug bestand. Bei den Waldpirscher-Goblins wurde im Werteblock für eine Erklärung der Regeln, wie man ein Netz im Kampf verwendet, auf den Fließtext verwiesen, dort aber nie wieder ein Wort davon erwähnt. Solche und einige andere Fehler wurden beseitigt und korrigiert.

Eine weitere Verbesserung gegenüber dem Original besteht im Glossar, das wesentlich ausführlicher und besser strukturiert wurde. So findet man jetzt beispielsweise „Körperlos“ unter „K“ und nicht mehr unter „Unterart: Körperlos“.

 

Die verwendete Sprache ist wie üblich bei den deutschen D&D-Publikationen sehr gut, einheitlich und flüssig leserlich. Auch sind die (sinngemäßen) Übersetzungen der Monsterbezeichnungen sehr gut gelungen. Einige wenige, wie etwa der „Pirschdrache“, gefallen mir persönlich weniger gut, doch dies liegt vielmehr am Klang der deutschen Sprache, die manchmal Purzelbäume schlägt und sich mit Begrifflichkeiten, besonders im Fantasy-Genre, schwer tut als dass es eine Fehlbezeichnung wäre. Sinngemäß ist die deutsche Bezeichnung für den „Ambush Drake“ nämlich sehr passend.

 

Inhaltliche Fehler sind mir gar keine aufgefallen, nur einige wenige Fehler beim Lektorat, wie etwa eine fehlende andersartige Schriftart, die für gewöhnlich benutzt wird, um den Namen einer Spielwelt im Fließtext abzuheben, oder aber ein fehlender Querstrich, der die Angriffsboni voneinander trennen sollte. Dies sind jedoch nur Kleinigkeiten, die ich zwar anmerke, aber nicht ankreide.

 

 

 

Fazit

Die Arbeit, die Feder & Schwert und der Übersetzer Daniel Schumacher hier geleistet haben, ist sehr gelungen, durchdacht und reiht sich nahtlos in die bisher gute Arbeit des Verlages ein.

Mir persönlich gefällt das Monster-Handbuch II sehr gut. Ich kann mich dem Rezensenten der Originalausgabe nur anschließen. Die meisten Monster sind sehr interessant und schreien gerade danach, im Spiel eingesetzt zu werden. Allein auf den ersten 20 Seiten habe ich gleich einige Ideen für zukünftige Begegnungen erhalten, die ich auch schon ziemlich bald in mein Spiel einbauen werde. Im Gegensatz zum Monster-Handbuch I sowie dem englischen MM II sticht das Buch mit seinen ausführlicheren Beschreibungen heraus. Leider hat WotC die Monsterbeschreibungen erst in der vierten Ausgabe perfektioniert, und deshalb profitiert das MHB II noch nicht davon. Dennoch ist es eine enorme Steigerung zum ersten Teil der Serie. Als FR-Fanboy haben mir die (leider) wenigen Abschnitte für eine Implementierung in die Realms sehr gefallen. Sie waren nicht einfach dahingeklatscht, sondern oft auch mit der Geschichte einer Region sowie lokalen Ereignissen verwoben. Da ich von Eberron kaum Ahnung besitze, kann ich nur mutmaßen, dass es sich im Bezug auf diese Spielwelt ähnlich verhält. Ebenfalls ziemlich gut haben mir die Schablonen am Ende des Buches sowie die hin und wieder eingebauten Seitenbalken gefallen, die mit zusätzlichen Informationen zu einer Wesenheit aufwarten.

Da mich das Buch so überzeugt hat, vergebe ich eine Bewertung, die noch etwas positiver ausfällt als die des Rezensenten der Originalausgabe: Das Buch bekommt von mir eine 4,4.