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Jungle Girl 1 - Verschollen im Dschungel
Bewertung:
(4.1)
Von: Gordon Gurray
Alias: Talamar
Am: 26.03.2010
Autor:Autoren: Frank Cho, Doug Murray, Zeichner: Adriano Batista
Übersetzer:Claudia Fliege
Typ:Comic / Graphic Novel
Setting:Prähistorische Dschungelwelt
VerlagPanini Comics
ISBN/ASIN:DJUGI001
Inhalt:132 Seiten, Hardcover, etwas grüßer als US-Format, US-Originale #0-5
Preis:19,95 EUR
Sprache:Deutsch

Inhalt:

Ein TV-Team stürzt mit seinem kleinen Jet in einem Dschungel ab. Schnell müssen sie erkennen, das sie sich in einer prähistorischen Welt voller seltsamer Wesen und riesigen Dinosauriern befinden. Doch sie haben Glück, denn das schöne Dschungelmädchen Jana ist auf die Gruppe aufmerksam geworden und nimmt die Großstädter unter ihren Schutz. Das ist auch gut so, denn der Dschungel ist nicht nur bizarr sondern auch lebensgefährlich. Jana jedoch, weiß wie man in dieser Wildnis überlebt und so führt sie die Gruppe durch die grüne Hölle. Dabei trifft die bunte Gruppe nicht nur auf diverse Gefahren und Seltsamkeiten, sondern Jana muss auch erkennen, das nicht alle Gruppenmitglieder das sind, was sie angeben zu sein...

Zu Story, Schreibstil & Artwork:

Mit "Jungle Girl" liefern Frank Cho (Shanna), Doug Murray ( Red Sonja: Königin der Eiswüste) und Adriano Batista (Red Sonja) ein schillerndes Comic im Stile der früher sehr beliebten Pulp-Magazine ab. Das Setting ist dabei einer bunter Mix aus Tarzan, Jurassic Park und Primeval, nur eben mit einer weiblichen Hauptdarstellerin. Klingt zunächst einmal nicht sehr originell, aber Cho und Murray haben aus diesen Grundthemen eine sehr interessante Welt gestaltet, die sich in Sachen Flora und Fauna schon sehr von unserer heutigen Welt abhebt. Die Story an erfindet zunächst das Rad auch nicht neu, aber durch interessante Ideen und überraschende Ereignisse erhält die Erzählung im späteren Verlauf ansprechende Facetten und Nuancen. Das Jana, das Dschungelmädchen, ganz klar im Mittelpunkt dieser Erzählung steht, ist hier nur logisch und als Leser merkt man das auch schnell. Das liegt nicht nur an der optisch sehr eindrucksvollen Präsentation der blonden Schönheit, sondern auch daran, das kaum eine Szene ohne die schlagkräftige Dame auskommt. Sie kämpft, verhandelt, beschützt, rettet und macht allerlei andere Dinge, die auschlaggebend sind und die Story vorantreiben. Das ist natürlich nicht überraschend, denn schließlich ist Jana ja auch die Namensgeberin der Reihe.

Der Handlungsfaden bleibt durchweg spannend und fesselnd, was vor allem an den ständigen Actioneinlagen liegt, die die Autoren eingebaut haben. Ständig hat man das Gefühl, die Gruppe ist auf der Flucht und kämpft um das nackte Überleben - eine Tatsache die zumindest für die Großstädter durchaus zutreffend ist. Doch "Jungle Girl" ist glücklicherweise keine reine Dino-Hatz a la Jurassic Park, sondern Dinos und Umwelt sind quasi das Beiwerk, das Drumherum. Scheinbar gibt es aber noch viel mehr in dieser mysteriösen Dschungelwelt, das wird aber thematisch im ersten Band nur angerissen und wird wahrscheinlich erst später näher beleuchtet.

Die Charakterdarstellung ist gut gelungen, die verschiedenen Protagonisten haben alle unterschiedliche Wesenszüge und ihre eigenen Geheimnisse, werden aber auch nicht allzu tiefgehend dargestellt. Schönerweise bedeutet Protagonist bei Cho und Murray nicht, das diese nicht auch über die Klinge springen können - abgesehen von Jana natürlich.

 

Wie schon erwähnt, ist Jungle Girl optisch sehr ansprechend in Szene gesetzt. Die Illustrationen von Adriano Batista sind atemberaubend schick und zeigen sowohl das Jungle Girl, wie auch die Umgebung in hervorragender Optik. Der Künstler geizt dabei auch nicht mit optischen Reizen seitens Jana, die stets knapp bekleidet und üppig proportioniert in Erscheinung tritt. Natürlich ein Zugpferd, um vor allem männliche Lese anzulocken. Aber glücklicherweise verkommt Jungle Girl auch nicht zur reinen Fleischbeschauung, denn der Künstler gibt sich auch beim Drumherum - dem skurrilen Dschungel, den seltsamen Pflanzen und den ebenso seltsamen Kreaturen - genauso viel Mühe, wie bei der Hauptdarstellerin und so wirkt die Dschungellandschaft sehr realistisch und das Artwork in sich schlüssig. Der Stil von Batista ist dabei sehr klar definiert und glänzt mit präzise gesetzten Linien und Strichen. Die Kolorierung rundet das Ganze gekonnt ab und präsentiert die tollen Artworks mit peppigen und kräftigen Farben, die sehr gut zu einem üppigen grünen Dschungel passen.

Die Panels, die es in allen Formen und Größen gibt, sind sehr dynamisch angelegt und unterstützen damit, die actionreiche Handlung.

Qualität & Ausstattung:

"Jungle Girl" kommt Panini unüblich im Hardcover (Hardcover sind in der Regel besondere Editionen bei Panini) und sieht recht Schmuck aus. Der feste Band ist sehr gut produziert und weiß hinsichtlich Papier, Druck und Bindung auf ganzer Linie zu überzeugen. Der Comic ist etwas größer als das sonst übliche US-Format, allerdings erreichen die Abmessungen auch nicht DinA4. Extras gibt es, bis auf ein paar Skizzen des Zeichners, keine. Der erste deutsche Band enthält die US-Ausgaben 0 bis 5.

Fazit:

"Jungle Girl" ist der ansprechende Auftakt zu einer viel versprechenden Serie, die ein Genre-Mix aus Tarzan, Jurassic Park und Primeval bildet, aber doch viel mehr zu bieten hat, als einfach nur eine Kopie zu sein. Natürlich dreht sich alles um die namensgebende bildschöne Hauptdarstellerin und ihr Leben in einem skurrilen, prähistorischen Dschungel. Dabei laufen der Schönheit ein paar notgelandete Großstädter über den Weg und kurzerhand stellt Jana diese unter ihren Schutz. Zusammen muss die Gruppe diverse Abenteuer und Gefahren meistern und auch einige Überraschungen erleben.

Die Artworks sind dabei absolut todschick und werden nicht nur der schönen Hauptdarstellerin gerecht, bei der mit optischen Reizen nicht gegeizt wird, sondern auch dem Setting an sich. Alles zusammen wirkt hier optisch sehr schlüssig und glaubwürdig und sieht einfach toll aus.

"Jungle Girl" hat mir ergo wirklich sehr gut gefallen, was ganz klar vornehmlich an der tollen Optik liegt. Die Story ist zwar nicht übel, erfindet zunächst aber das Rad auch nicht neu, verspricht allerdings ein paar interessante Facetten in den nächsten Bänden, die es noch zu enthüllen gibt.

Vor allem aber der Pulp-Charakter des Comics weiß zu überzeugen und ist wohl einer der Plusfaktoren von "Jungle Girl". Wer Pulp-Comics mit einem prähistorischen Setting a la Primeval mag und vor einer hübschen Protagonistin dabei nicht zurückschreckt, sollte sich diesen Comic auf jeden Fall genauer ansehen.