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Darkness Rebirth 1 - Der Riss im Dasein
Bewertung:
(4.5)
Von: Gordon Gurray
Alias: Talamar
Am: 13.09.2013
Autor:David Hine, Jeremy Haun
Typ:Comic / Graphic Novel
Setting:TopCow Universum
VerlagPanini Comics
ISBN/ASIN:
Inhalt:116 Seiten, Softcover, US-Format, US-Originale: The Darkness 101-105
Preis:14,95 EUR
Sprache:Deutsch

Inhalt:

Jackie Estacado hat eine tolle Frau, eine süße kleine Tochter und ist steinreich, außerdem ist er Mafia-Boss, was er aber hinter einer friedlichen Fassade ziemlich gut versteckt. Natürlich kommt ihm dabei zu Gute, das er auch Träger der Finsternis ist, ein mächtiges Artefakt - eines von Dreizehn.

Doch der Schein trügt, denn die Welt in der Jackie und Co leben, ist nicht ganz die Welt, die sie ursprünglich war. Als kürzlich die dreizehn Artefakte zusammengeführt wurden, bedeutete das eigentlich das Ende der Welt, ja sogar des ganzen Universums. Doch Jackie fand einen Weg die Welt neu zu erschaffen, veränderte dabei aber einige persönliche Dinge. So war er nie mit Sara Pezzini zusammen, denn seine Frau Jenny fand niemals den Tod. Niemand ahnt etwas von diesen Veränderungen, denn nur Jackie selbst kann sich daran erinnern.

Soweit so gut. Jackie hat seiner Frau versprochen, die Finsternis nicht mehr einzusetzen. Als er jedoch von Feinden angegriffen wird, kommt er nicht umhin, dies doch zu tun. Das Resultat ist ein Ultimatum seitens Jenny, die Jackie zwischen Familie oder Finsternis wählen lassen muss. Doch wie zur Hölle soll Jackie sich der Finsternis entledigen?

 

Meinung:

Relaunches sind derzeit ja ziemlich "in". DC hat es getan, Marvel hat es getan und auch TopCow macht diesen Hype mit. Zugegebenermaßen machen diese Neustarts der hauseigenen Universen durchaus Sinn, denn so haben Neueinsteiger eine Chance in die jeweiligen Settings zu finden - was natürlich Einnahmen bringen soll. Das Ganze ist aber auch eine Gratwanderung, denn Neueinsteiger hin oder her, man kann mit solchen Relaunches auch die alteingesessenen Leser verärgern.

Der TopCow Relaunch - zu dem eben auch das vorliegende Darkness Rebirth gehört - macht aber eine gute Figur und hat das Potenzial dauerhaft zu überzeugen. Das liegt vor allem daran, dass es nun zwar einen Status Quo gibt, von dem alles Neu beginnt, die Veränderungen aber oftmals nur im Detail liegen. Das macht die Sache für alle Parteien interessant. Neueinsteiger finden sich schnell zu recht, weil es quasi von Anfang an losgeht (gut nicht ganz, denn ursprünglich fing "Darkness" ja damit an, wie Jackie der Träger der Finsternis wurde) und alteingesessene Leser fühlen sich eben heimisch, weil zwar Veränderungen da sind, aber eben nicht alles bei Null beginnt. Das überzeugt schon mal hinsichtlich des Relaunches.

Aber kann der Comic auch ansonsten überzeugen? Die Antwort ist "Ja, das kann er". Der Comic beginnt subtil und baut das veränderte Setting und das Flair langsam, aber dramaturgisch fesselnd auf. Häppchenweise bekommt der Leser die Veränderungen respektive die neue Situation zugefüttert und schnell geht es dann auch richtig ans Eingemachte. Die Story um Jackies Versuch, sich der Finsternis zu entledigen ist durchweg spannend und packend, sorgt immer wieder mit plötzlichen Wendungen für Überraschungen.

 

Auch zeichnerisch macht sich der Restart sehr gut, denn die Artworks von Jeremy Haun bestechen durch klar definierte Linienführung und einem hohen Detailreichtum. Die Illustrationen sind sehr düster und passen ganz hervorragend zur Erzählung, sind recht blutig brutal, aber auch mit leichten erotischen Ansätzen durchzogen. Die Düsternis der Artworks wird dabei vor allem mit einer durchdachten kräftigen Schattierung, sowie einer eher dezenten Kolorierung erzeugt. Panels gibt es - wie für diese Reihe üblich - quasi in allen Formen und Größen, von kleinen eckigen Dingern bis zu großen Splashpages, die einen förmlich umhauen.

 

Fazit:

Schon der Witchblade Rebirth konnte überzeugen, aber "Darkness Rebirth" setzt dann noch einen drauf und macht die Sache richtig rund. Der Restart ist durchweg gelungen und ist sowohl für Neueinsteiger wie auch bisherige Leser mehr als geeignet. Erstere werden sich durch die gute Einführung schnell zurecht finden, Letztere finden nicht zu große Veränderungen, als das sie verärgert würden. Die Story zeigt sich komplex und spannend und die Artworks sind schlichtweg atemberaubend. Top!