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Dr. Who - Die weinenden Engel von Mons
Bewertung:
(4.3)
Von: Moritz Mehlem
Alias: Glgnfz
Am: 16.07.2016
Autor:Robbie Morrison, Daniel Indro, Eleonora Carlini
Übersetzer:Claudia Kern
Typ:Comic
VerlagPanini Comics
ISBN/ASIN:978-3-95798-645-0
Inhalt:128 Seiten, Softcover
Preis:16,99 EUR
Sprache:Deutsch

 

Inhalt

(evtl. Vorsicht Spoiler!!!)

Das Cover gefällt mir schonmal von den bisher auf Deutsch erschienenen Covern am besten. Das macht richtig neugierig. Auf die „Weeping Angels“ bin ich bisher in meinen ganzen Comic- und Buch-Rezensionen gestoßen (oder ich habe es schon gründlich verdrängt), daher freue ich mich mal darauf, für mich neue Bösewichte zu entdecken.

 

„Die weinenden Engel von Mons“ sind handfest in den belgischen Schützengräben des Ersten Weltkriegs eingebettet, was bei mir ja immer schon ein großer Pluspunkt ist. Dazu kommen mit den Weeping Angels echt fiese Gegner, die ebenso gruselig wie schwer greifbar sind.

Die Ausgangssituation ist, dass der Doctor und Gabby in die wenig malerischen Schützengräben des Ersten Weltkriegs „reisen“. Selbst diese Trostlosigkeit hält Gabby nicht von einer zarten Romanze ab, aber dazu später. Zuerst einmal geht die Tardis durch einen Bombentreffer verschütt, aber schnell stellt sich heraus, dass die größte Gefahr nicht im Trommelfeuer der kämpfenden Parteien besteht, sondern dass irgendetwas immer mehr Soldaten verschwinden lässt, was sie im Vorfeld höchstens aus dem Augenwinkel heraus wahrnehmen können. Der aufmerksame Leser merkt schnell, dass sich hinter den unerklärlichen Vorkommnissen die Weinenden Engel stecken, die Menschen in der Zeit versetzen, um sie dort in einen fürchterlichen und unerwarteten Tod zu treiben – auch eine ganz schön fiese Masche. Bei diesen Wesen handelt es sich um Steinstatuen, die sich nur bewegen können, wenn man die Augen schließt – und da reicht auch schon ein Blinzeln aus. Gabby und der Doctor geben alles, um, unterstützt vom Soldaten Jamie Colquhoun (Romanze – you know...), der Misere zu entgehen...

 

Nach dem eher handfesten ersten Teil des Bandes, „Echos“, wird es dann mit der zweiten Geschichte eher wieder durchgeknallt. Komische Geräusche treiben Menschen dazu, unberechenbare Dinge zu tun. Wie in dieser Serie typisch steckt dahinter natürlich eine Merkwürdigkeit, die durch eine Merkwürdigkeit ausgelöst wird. Mit einer Auflösung, die etwas vom Film „Mars Attacks!“ hat, kann man auch nichts verkehrt machen und wer auf durchgeknallten Hippikram in durchgeknallter Hippie-Grafik steht, der wird auch hier gut amüsiert sein.

 

 

Fazit:

Gerade der historisch eingebettete titelgebende Fall ist wirklich ausgezeichnet und das Beste, was mir bisher an Who-Comics untergekommen ist. Sehr schick, wie das durch die Weeping Angels ausgelöste Zeitreisethema hier zu einem überraschenden Ende geführt wird. Für den etwas „freieren Geist“ ist auch das zweite Abenteuer interessant. Insgesamt ist dies aber der beste Who-Comic-Band, den ich bisher vor die Flinte bekommen habe. Punkt.