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Sigmars Erben
Bewertung:
(3.9)
Von: Jens ‚Schwarzie’ Tebest
Am: 12.06.2006
Autor:Anthony Ragan
Typ:
System:Warhammer Fantasy RPG
Setting:Warhammer Fantasy
VerlagFeder und Schwert
ISBN/ASIN:3-937255-75-3
Inhalt:174 Seiten, Hardcover
Sprache:Deutsch

Sigmars Erben

Sigmars Erben stellt ein Quellenbuch zum menschlichen Imperium innerhalb des Warhammer Universums dar. Behandelt werden hierin ein Ablauf der Geschichte des Imperium, eine Beschreibung der einzelnen Provinzen und Informationen über die Politischen Störungen des Imperiums. Der Crunchteil darf natürlich auch nicht zu kurz kommen so das sich in diesem Werk auch acht neue Karrieren befinden. Abgerundet wird das ganze durch diverse sofort einsatzbereite NSC und ein Abenteuer am Ende des Buches.

 

Optik:

Die Titelseite ist schnörkellos und wenig spektakulär. Das Buch selbst ist durchgehend farbig und weißt auf an den Rändern der Seiten Verzierungen auf. Der Hintergrund der einzelnen Seiten ist älterem verflecktem Papier oder Pergament nachempfunden. Mindestens jede zweite Doppelseite weißt eine Illustration auf die teilweise einem Kupferstich nachempfunden und teilweise vollständig farbig sind. Die meisten Illustrationen wirken düster und blutig wie man es vom Warhammer-Universum gewohnt ist. Textwüsten sind hier nirgends vorzufinden, überall sind entweder Grafiken und/oder Kurzgeschichten, Ausflüge in die ferne Vergangenheit, Zitatesammlungen einzelner Bewohner des Imperiums oder teilweise seltsames (z.B. ein Auszug aus dem Tagebuch eines Henkers oder eine Sammlung Obskurer Gesetze des Imperiums „Das Hinterteil aller Pferde, die öffentliche Straßen und Wege benutzen, soll fürderhin mit Stoff verhüllt werden.“) vorzufinden.

 

Kapitel I: Land und Leute

Hier wird kurz die allgemeine Umgebung des Imperiums und die vier dort lebenden Völker vorgestellt. Hierbei wird nicht im Detail auf die einzelnen Regionen eingegangen sondern lediglich die größeren Teile des Imperiums beschrieben (z.B. das Graue Gebirge das ein Schutzbollwerk für das Imperium darstellt).Gerade die Meinungen der Völker übereinander sind durchaus mit einem gewissen Schmunzeln zu lesen. Dieses Kapitel stellt mit acht Seiten Umfang eine etwas bessere Einleitung dar.

 

Kapitel II: Geschichte des Imperiums

Dem Titel des Kapitels ist nicht viel hinzuzufügen. Auch dieses Kapitel ist mit 15 Seiten vergleichsweise kurz und endet mit einer doppelseitigen Zeittafel die alle wichtigen Daten im Schnellüberblick präsentiert.

 

Kapitel III: Regierung und Nachbarstaaten

Das mit lediglich fünf Seiten kürzeste Kapitel umfaßt einen kleinen Einblick in das Herrschaftssystem des Imperiums, einen Staatsrat bestehend aus Kurfürsten mit einem mehr oder minder mächtigen Imperatior an der Spitze, und erwähnt drei der Nachbarstaaten. Die Beschreibung der Kurfürsten ist wenig schmeichelhaft und bedient sich beinahe jeden bekannten Klischees über Berufspolitiker…

 

Kapitel IV: Recht und Gesetz

Dieses Kapitel beschreibt zuerst die Verbrecher, dann jene die über sie richten und geht über zu den verschiedenen Arten von Gesetzen (Imperiumsgesetze, Provinzgesetze etc). Zum Schluß wird der Ablauf eines Gerichtsverfahrens skizziert immer unter der Maxime: „Im Zweifelsfall gegen den Angeklagten!“. Auch dieses Kapitel ist mit 8 Seiten relativ kurz.

 

Kapitel V: Religion im Imperium

Neun Große Götter werden im Imperium verehrt und jeder erhält ca anderthalb bis zwei Spalten. Zusätzlich werden ein paar Beispiele für den Aberglauben der einfachen Bevölkerung angeführt wie z.B. „Dreibeinige Hunde bringen Glück“. Beschrieben werden Manan, Fürst der Meere und König der Stürme, Morr, Fürst des Todes und der Träume, Myrmidia, Götting der Kriegskunst, Shallya, die weiße Taube der Gnade, Taal und Rhya die nährende und zerstörerische Kraft der Natur, Ulric der Fürst des Winters, Verena Göttin der Gerechtigkeit und des Wissens und natürlich Sigmar, den Begründer des Imperiums. Zu jedem Gott wird exemplarisch noch ein besonders hervorstechender Kult, wie z.B. die Söhne Ulrics, einen fast schon ketzerischen Orden der sich selbst für die Herrscher sämtlicher Ulricanhänger hält. aufgeführt zusätzlich besitzen sie noch Unterkulte die hier ebenfalls umrissen werden. Am Ende dieses Kapitels befindet sich noch eine Tabelle mit diversen Untergöttern.

 

Kapitel VI: Die Kurpfalzen

Das zweifelsohne wichtigste und auch größte Kapitel dieses Buches wie man schon unschwer am Umfang von 69 Seiten erkennen kann. Insgesamt 11 Provinzen werden näher beschrieben, allesamt nach dem gleichen Muster. Land (hier wird die Geographie des Gebietes beschrieben inklusive der wichtigeren Handelsgüter), Leute (Klischees und allgemein gehaltene Wesenszüge, desweiteren dominierende Religionen und Wichtige Orte, den Abschluß bildet jeweils ein typischer Bewohner dieses Landstriches und kleinere Abenteuerideen.

 

Die Beschreibungen sind teilweise sehr detailliert und wissen voll und ganz zu überzeugen, sie motivieren diese Städte in den eigenen Kampagnen zu verwenden, und da dieses Buch fast ausschließlich Fluff beinhaltet muß dies nicht allein in dem Warhammer Fantasy Universum geschehen da die Provionzen problemlos in andere Systeme adaptiert werden könnten. Die eigentlichen Texte sind keine trockenen Landschaftsbeschreibungen sondern wirken durch kleinere Abschweifungen sehr lebendig. Inmitten dieses Kapitels befindet sich noch eine doppelseitige Karte des Imperiums die leider nicht sehr detailliert geraten ist.

 

Kapitel VII: Verbotene Kulte

Dies Kapitel ist wieder sehr kurz geraten (5 Seiten). Es werden zwei Kulte angerissen und Beispiele geliefert wie man diese Kulte in die Kampagne einbauen kann. Gut gelungen sind die Dogmen der Kulte, kurz aber deutlich. Etwas verwischen die Grenzen dieses Kapitels mit Kapitel V da auch dort verbotene Kulte (z.B. die Söhne Ulrics) angesprochen werden.

 

 

Kapitel VIII: Missetat in Bögenhafen

Hierbei handelt es sich um ein vollständiges Abenteuer für das lediglich noch das WFRSP benötigt wird. Eine schön geschriebene Intrige in einer vom Krieg gebeutelten Stadt.

 

Anhang I: Neue Karrieren

Wenn schon das gesamte übrige Buch ohne irgendwelchen Crunch auskam so werden hier neue Karrieren eingeführt. Apotheker, Astrologe, Fälscher werden wohl eher als NSC Klasse genutzt, während sich der Geschichtenerzähler, Exorzist oder der Ritter des Sonnenordens durchaus für Spieler anbieten. Interessant wirkt der Verenaische Ermittler, eine Art Undercoveragent.

 

Anhang II: Eigenschaften nach Provinzen

Dieses Kapitel bietet eine optionale Regel an nach der die Startwerte und Fähigkeiten der einzelnen Spieler sich je nach Herkunftsort unterscheiden.

 

Fazit:

Mit Sicherheit ein Standardwerk für jeden Warhammer Fantasyspieler. Der Warhammertypische Zynismus ist gut eingefangen worden und sorgt für Auflockerung während der Beschreibungen. Wie oben bereits angesprochen befindet sich das Artwork auf hohem Niveau und fügt sich mit den Text zu einem Runden ganzen zusammen.

Negativ ist der geringe Umfang des Buches. In jedem Kapitel, insbesondre Kapitel I bis V sind deutlich zu kurz gekommen was man den Texten an mancher Stelle leider auch anmerkt. Umgedreht mag man einer dies auch positiv beurteilen da hierdurch dem SL mehr Gestaltungsspielraum gelassen wird. Auch das verwandte Papier weiß nicht so recht zu überzeugen, es wirkt arg dünn. (Da ich ansonsten nur über englisches Regelwerk verfüge kann ich jedoch nicht beurteilen ob dies eine Ausnahme oder die Regel darstellt)