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Spawn - Architekten der Angst
Bewertung:
(4.2)
Von: Gordon Gurray
Alias: Talamar
Am: 10.11.2011
Autor:T. McFarlane, A. Clare, A. Nikolavitch, J. F. Porcherot, A Briclot
Übersetzer:Claudia Fliege
Typ:Comic / Graphic Novel
Setting:Spawn / Image-Universum
VerlagPanini Comics
ISBN/ASIN:DSAFO001 (verlagsintern)
Inhalt:116 Seiten, Softcover, US-Format, US-Originale: Spawn - Simony, Spawn - Architects of Fear
Preis:14,95 EUR
Sprache:Deutsch

Inhalt:

In der ersten Story versucht ersucht Ethaan, einer der fünf Engel der gefürchteten Kaste der Architekten, um Al Simmons' Hilfe, um eine ihrer ältesten Waffen wieder "instand zu setzen" - die Seelenfalle Horsaak-El.

Aber eigentlich soll Spawn unwissentlich als trojanisches Pferd eingesetzt werden ...

 

In der zweiten Story Cogliostro, ein Stück des Gewandes von Jesus Christus zu ergattern, um seinen Hellspawn-Fluch loszuwerden. Doch er ist nicht der Einzige, der Interesse an der Reliquie hat.

 

Schreibstil & Artwork:

Als in den 90er Jahren Spawn von Todd McFarlane erschien und eine einzigartige Erfolgsgeschichte schrieb, hatte McFarlane seinen Antihelden lange Zeit fest im Griff. 2003 durfte französische Semic Verlag jedoch eine eigenständige Spawn-Story schreiben und veröffentlichen, die von Arthur Clare geschrieben und von Aleksi Briclot gezeichnet wurde. Dies ist die zweite Geschichte in diesem Doppelband: „Das Gewand“ oder im französischen „Simonie“. Im Fokus dieser fast zehn Jahre alten Geschichte steht Cogliostro der nach einem Stück des Jesus Gewandes sucht und dabei schnell in Schwierigkeiten gerät. Spawn muss eingreifen und damit entfaltet sich eine packende Geschichte, die düster und melancholisch ist und damit ganz und gar im Zeichen von Spawn steht. Dabei ist das Gefühl aber ein wenig anders und man merkt der Geschichte durchaus an, das sie nicht von Todd McFarlane persönlich stammt, was allerdings keineswegs negativ zu sehen ist, denn die Story funktioniert trotzdem (oder gerade deswegen) sehr hervorragend. Dabei hebt sich die Erzählung deutlich von der aktuellen monatlichen (bzw hierzulande zwei-monatlichen) Spawn-Reihe ab und geht einen sehr eigenen Weg, was allerdings auch daran liegen mag, das die Geschichte eben aus dem Jahr 2003 stammt.

Dabei sind die Artworks unglaublich detailreich und ebenso düster wie die Geschichte an sich. Die Optik ist einfach toll und sieht umwerfend aus, passt dabei hervorragend zum Spawn-Setting. Auch hier sieht der Spawn-Kenner aber auch sofort, das die Artworks keineswegs von Meister McFarlane selbst stammen können, den der Stil ist doch sichtbar anders.

 

Die zweite (bzw die erste) Geschichte im Buch stammt dann aus 2011, ist aber von denselben Machern, auch wenn McFarlane diesmal an der Story mitgeschrieben hat. Die Erzählung ist – im Gegensatz zum „Gewand“ – deutlich skurriler und abgefahrener, denn Spawn bekommt es mit einem gefallenen Engel und Geistern zu tun, darunter der Geist des eigenen Bruders (von Al Simmons). Dabei ist die Story enorm fesselnd und weiß mit unvorsehbaren Überraschungen zu überzeugen, kann darüber hinaus aber auch mit einem vielschichtigen Plot dienen. Auch hier merkt man deutlich, dass jemand anderes sich um diese Geschichte gekümmert hat. Die Story ist wie gesagt skurril, abgefahren, aber auch düster, mysteriös und actionreich. Also eigentlich alles was eine gute Spawn-Geschichte braucht.

Die Artworks lehnen an die von „Das Gewand“ an, sind sehr aufwändig und detailreich gezeichnet und düster bedrohlich koloriert. Man sieht aber auch deutlich, das der Zeichner sich in den vergangenen 20 Jahren enorm weiterentwickelt hat, denn die Illustrationen sind noch einen ganzen Tacken schicker und wirken schon fast wie kleine Gemälde.

 

Das einzige was wirklich bei beiden Geschichten ein wenig stört ist die Präsentation des Textes, der nicht in den üblichen Sprechblasen mit weißen Hintergrund präsentiert wird, sondern als weißer Text einfach über die Artworks gelegt ist und keine Begrenzungslinien hat. Dadurch sind einige Texte etwas schwieriger zu lesen, aber auf der anderen Seite, passt das Ganze auch ganz gut zur Optik des Comics.

 

Fazit:

„Architekten der Angst“ bietet zwei neue (respektive ein alte noch nicht in Deutschland veröffentlichte und eine wirklich brandneue) Geschichten aus dem Spawn-Universum, bei dem der Protagonist natürlich nicht fehlt. Beide Geschichten sind extrem gut und gefallen sogar deutlich besser, als die derzeitige monatliche Strecke (ebenfalls bei Panini), denn sie sind einfach düsterer und bedrohlicher und vor allem atemberaubend schick gezeichnet. Kein Wunder, denn beide Geschichten wurden von französischen Comic-Künstlern erdacht und umgesetzt. „Architekten der Angst“ ist ein echtes Schmankerl für jeden Spawn-Fan und sollte in deren Regalen wirklich nicht fehlen. Aber auch für jene, die Spawn noch nicht oder nur sporadisch kennen, bietet dieser Band eine gute Möglichkeit mal bei Spawn reinzuschnuppern, denn die Geschichten sind eigenständig und abgeschlossen. Klasse!