Sharner Kobold Sharner Kobold

 

u
Monsterhandbuch 3
Bewertung:
(3.9)
Von: Mathias Jäger
Alias: Hunter
Am: 12.01.2014
Autor:Jesse Benner, Adam Daigle, James Jacobs u.a.
Übersetzer:Ulrich-Alexander Schmidt
Typ:Regelerweiterung
System:Pathfinder
Setting:Golarion
VerlagUlisses Spiele
ISBN/ASIN:978-3-86889-705-0
Inhalt:322 Seiten, Hardcover
Preis:39,95 EUR
Sprache:Deutsch

Vorbemerkung

Das Monsterhandbuch 3 von Pathfinder lag mir für diese Rezension in Form eines PDFs vor und wird ansonsten in dem üblichen Hardcover vertrieben. Das PDF besticht durch gute Qualität und sinnvoll gesetzte Lesezeichen. Bereits auf dem Cover des Buches lachen einem ein riesiger Zyklop, ein Untoter (Grabesritter) und zwei Riesenschildkröten (Kappas) entgegen. Im Inneren des 322 Seiten dicken Buches finden sich dann auch mehr als 300 neue Monster.

Inhalt

Der Aufbau des Buches gleicht den beiden anderen Monsterhandbüchern die bereits auf Deutsch erschienen sind. Das bedeutet, dass es am Anfang eine alphabetische Liste der im Buch enthaltenen Monster gibt, gefolgt von einer Erklärung der Monstersymbole und dem Aufbau der einzelnen Einträge. Dann kommt auch schon der Hauptteil des Buches: Die Darstellung der einzelnen Monster auf mindestens je einer Seite. Als Anhänge finden sich dann noch Hilfen zur Erstellung und dem Verbessern von Monstern und ein umfangreiches Glossar. Wie aus den anderen Büchern bekannt, gibt es hier am Ende des Buches auch wieder Tabellen, in denen die Monster nach Herausforderungsgrad, nach Gelände und nach Art gelistet sind; sehr praktisch. Eigentlich gibt es auch noch einen Anhang zum Thema: Monster als SC. Bei diesem wird aber schlicht auf das erste Monsterhandbuch verwiesen; da hätte man ihn auch gleich ganz weglassen können.

Monster

Monster machen einen Großteil des Buches aus, dann sollte man ihnen hier in der Rezension auch etwas Platz einräumen. Die 300 Monster lassen an Vielfältigkeit kaum Wünsche offen: Ob Dämonen, Dinosaurier, Riesen oder Drachen, Tiere oder Feen; es ist alles vorhanden. Vom Herausforderungsgrad ¼ (wie Fuchs und Stinktier) bis hin zu HG 24 (ein Hekatonkheiros – ein titanenhafter Humanoide mit 50 Köpfen) wird jeder Gruppenstufe etwas geboten. Die Redaktion vom amerikanischen Herausgeber Paizo hat bei den dargebotenen Monster außerdem aus den unterschiedlichsten Quellen geschöpft: Neben zahlreichen mythologischen Wesen aus allen Ecke der Erde, tauchen auch Kreaturen aus dem Lovecraft Universum von Cthulhu und von anderen Autoren auf. Außerdem haben es einige Monster aus der glorreichen Geschichte von D&D in dieses Werk geschafft; etwa Demodanden und Flumphs – es leben die Flumphs! Neben all diesen neuen, oder neu aufgearbeiteten Monstern, wurden auch etliche Monster aus den Abenteuerpfaden hier zusammengefasst. So werden Leser der Kadaverkrone und des Königsmachers auf alte Bekannte treffen. Ebenso Monster aus den noch mit dem 3.5er Regelwerk erschienen Abenteuerpfaden haben hier wieder ihren Auftritt und wurden an die Pathfinder Regeln angepasst. Da sich die Zahl dieser Monster jedoch im Rahmen bewegt finde ich das nicht weiter schlimm und begrüße die Aktualisierung von einigen alten Monstern sogar.

 

Eines fällt unter der Monsterschar jedoch auf: Der Schwerpunkt der Kreaturen liegt eindeutig auf dem asiatischen Raum. So tummeln sich hier chinesische Drachen, indische Dämonen, philippinische Wassergeister und die japanischen Äquivalente von Goblins.

 

Hier kommt auch gleich ein großer Kritikpunkt an den Monsterhandbüchern: Es fehlt mir mehr beschreibender Text zu den Monstern. Sowohl was das Monster in der Welt von Golarion betrifft (nur weil ein bestimmtes Monster im Gebirge zu Hause ist, werde ich nicht in jedem Gebirge von Golarion darauf stoßen können – hier wären mehr Hinweise nützlich), als auch wo der Ursprung des Monsters in unserer Welt liegt. Geflügelte Affen kann man sich, wenn man nur etwas belesen ist, ja zusammenreimen, aber wer wüsste aus dem Stegreif, dass ein Asura ein Dämon aus dem Hinduismus oder ein Iku-Turso einer finnischen Legende entstammt?

Bilder

Neben den Werten der Monster und den kurzen Beschreibungen zu ihrer Lebensweise und ihren Kampftaktiken machen die Bilder einen nicht unerheblichen Teil eines jeden Monsterhandbuchs aus. Außerdem sind die Abbildungen ja nicht ganz unwesentlich bei der Auswahl der Monster, welche man als Spielleiter der Spielergruppe entgegen wirft. Die Zeichnungen stammen von insgesamt 46 Künstlern, wodurch die Darstellungen zum Teil sehr unterschiedlich ausfallen. Im Großen und Ganzen sind die Zeichnungen jedoch von guter und sehr guter Qualität, mit einigen Ausreißern nach unten; etwa die Abbildung des Hungrigen Nebels.

Fazit:

Wenn man ein Pathfinder oder D&D Monsterhandbuch kauft, weiß man eigentlich im Vorhinein schon, was man bekommen wird: Hunderte neuer Kreaturen, die man auf die armen Spielercharaktere loslassen kann. Daher müssen die wichtigsten Fragen vor dem Fazit noch lauten: Wie viele Monster braucht man denn noch? Sind es diese neuen Monster wirklich wert, 40€ für ein neues Buch auszugeben? Und sind die Monster darin so originell, dass ich sie am Spieltisch auch einsetzen werde?

 

Viele der Monster bergen interessante Überraschungen oder bilden faszinierte Abwandlungen bereits existierender Kreaturen. Natürlich gibt es auch wieder einige abstruse Gegner, die ich persönlich nie am Tisch einsetzen würde (aber das ist eine Frage des Geschmacks und des Spielstils). Wer also der Meinung ist, mit den mehr als 600 Monstern aus den ersten beiden Monsterhandbüchern die Spieler nicht mehr überraschen zu können oder eine Kampagne in einem fernöstlich angehauchtem Setting spielen möchte, macht mit einem Kauf dieses Buches nichts falsch. Auch werden Spielleiter, welche die aktuellen Abenteuerpfade (ab Der zerbrochene Stern/ Shattered Star) spielen möchten, dieses Buch brauchen, da darin immer wieder auf die neuen Monster verwiesen wird, ohne dass deren Werte abgedruckt werden. Alle anderen können sich mit dem Kauf des Buches jedoch auch Zeit lassen, bis sie die Möglichkeiten der ersten beiden Bände ausgeschöpft haben.