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Magierdämmerung 3 - In den Abgrund
Bewertung:
(4.5)
Von: Thomas König
Alias: Hugo Baldur
Am: 31.10.2011
Autor:Bernd Perplies
Typ:Roman – Fantasy
VerlagEgmont Lyx
ISBN/ASIN:978-3-8025-8266-0
Inhalt:512 Seiten, Softcover
Preis:12,95 EUR
Sprache:Deutsch

Inhalt

Mit „In den Abgrund“ ist nun der dritte und letzte Band der „Magierdämmerung“-Reihe von Bernd Perplies erschienen.

Während im viktorianischen England zum Ende des Neunzehnten Jahrhunderts die Vorbereitung für die Feier zum diamantenen Thronjubiläum von Queen Vicotria laufen, befinden sich Kendra, die Enkelin von Giles McKellen und der Reporter Jonathan Kentham auf dem Weg zur wahren Quelle der Magie. Diese wollen sie mit Hilfe eines Artefaktes versiegeln.

Aber auch andere sind auf dem Weg nach Atlantis, wie Jupiter Holmes und Randolph Brown, die auf dem Luftschiff Gladius Dei zusammen mit der geheimnisvollen Magierin Lionida Diodato und ihren noch seltsameren Begleiter Scarcatore unterwegs sind. Auch von der anderen Seite des Atlantiks macht sich der indianische Schamane Wovoka auf die Reise.

Unterdessen versucht der Widerstand gegen den Magier Victor Mordred Wellington die Queen davon zu überzeugen, den ersten Lordmagier aufzuhalten. Doch der befindet sich inzwischen bereits in den Ruinen des ehemaligen Atlantis. Ihm ist es gelungen, die chaotische, magische Quelle zu bändigen, und so konnte er schon einige neue magische Waffen entwickeln, die nun seine Macht sichern sollen. Dazu gesellen sich einige Verbündete, wie der magisch veränderte Duncan White-Hyde.

 

Die Hauptfigur, wenn man das bei über fünfzig Charakteren, die im Anhang schließlich aufgeführt sind, sagen darf, Jonathan Kentham, macht eine erstaunliche Entwicklung in den drei Bänden durch. War er zu Beginn noch ein typischer Vertreter seiner Generation mit einem ausgeprägtem Standesdenken, so hat sich das stetig gewandelt, und nach und nach sind alle Verbindungen zu seinem alten Leben gelöst, auf das er ganz anders blickt. Die Ereignisse haben sein Weltbild verändert, und so stellt sich am Ende nach dem gelungenen Finale des Romans die Frage, wie er weiter leben will.

Sein Gegenspieler Wellington ist ein gelungener Bösewicht, der das Genie mit dem Machthunger paart und so für die Welt eine ernsthafte Bedrohung wird. Dabei gelingt es dem Autor, diesen Charakter nicht nur eindimensional darzustellen, sondern ihm einige Facetten zu geben. Durch seine magischen Fähigkeiten ist er auch noch um einiges stärker als so manch anderer Bösewicht in den Romanen, die während der Zeit spielen.

Neben diesen beiden Hauptfiguren sind dem Autor noch besonders Jupiter Holmes und die Magierin Lionida Diodato gelungen. Sie sind interessant beschrieben, und man beobachtet sie und ihr Handeln fasziniert. Trotz der Fülle an Charakteren gelingt es dem Autor, allen Figuren ihren Platz einzuräumen und sie vernünftig zu beschreiben. Auch wenn einige nur kurz vorkommen, werden sie gut vorgestellt.

Neben den fiktiven Figuren werden auch einige reale Personen eingebaut, und das ist sehr gut recherchiert.

 

Die Geschichte hat viele Handlungsstränge, und der Autor arbeitet mit einigen Cliffhangern. So bleibt der Leser bei der Stange. Dazu kommt die gute sprachliche Umsetzung, die den Lesefluss erhöht. Schließlich erreicht man das Finale, und das hat es in sich. Überraschungen warten auf den Leser und die meisten Dinge werden aufgeklärt und die Fragen beantwortet. Aber es bleiben auch einige Begebenheiten ungelöst und bieten Raum vielleicht für einen weiteren Teil oder einen neuen Zyklus mit einer anderen Ausgangslage.

Neben der Handlung und der Fülle der guten Charaktere überzeugt auch das Magiesystem, welches der Autor eingebaut hat. Die Anwendung wird gut und anschaulich beschrieben.

 

Fazit:

In den Abgrund ist der gelungene Abschluss eines sehr guten Zyklus, der gerne weiter geführt werden darf, da man einige Charaktere richtig lieb gewonnen hat.