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Die Legenden von Midkemia 1 - Die Brücke
Bewertung:
(4.5)
Von: Gordon Gurray
Am: 07.12.2005
Autor:Ramyond Feist, William Forstchen
Typ:
System:Roman
Setting:Midkemia
VerlagBlanvalet / Randomhouse
ISBN/ASIN:3-442-24190-1
Inhalt:447 Seiten, Taschenbuch
Sprache:Deutsch

Die Brücke

Raymond E. Feist machte schon in den frühen achtziger Jahren mit seiner Midkemia-Saga auf sich aufmerksam. Ein beständiger und guter Schreibstil, gemischt mit einer fesselnden Story über Krieg, Liebe, Intrigen, Magie und Ehre kombiniert mit einer nicht so typischen Fantasywelt, sorgten schnell für einen großen Erfolg. Und Mr. Feist war nicht zu bremsen, denn schon bald lieferte er die Kelewan-Saga und die Schlangenkrieg-Saga ab. Erstere spielte faktisch zeitgleich zur ursprünglichen Midkemia-Saga und zeigte die Welt der gegnerischen Invasoren, den Tsuranis, die in einer, dem antiken Japan ähnlichen, Welt lebten. Die Schlangenkrieg-Saga erzählte letztendlich von einer weiteren Invasion die lange nach den Geschehnissen in den ersten beiden Serien stattfand. Mit den Legenden von Midkemia kehrt Raymond Feist nun wieder zum Spaltkrieg zurück und liefert neue in sich geschlossene Geschichten, die am Rande der originalen Handlungen aus der Midkemia-Saga stattgefunden haben.

 

"Die Brücke" (englischer Originaltitel: "Honoured Enemy") ist der erste Band dieser Reihe und spielt im hohen Norden von Midkemia, in den sog. Nordlanden. Der Krieg mit den Tsuranis währt schon seit ganzen neun Jahren und oben im Norden gibt es eine breite Front, die seit geraumer Zeit von den Verteidigern gehalten wird. Mittendrin befinden sich Dennis Hartraft's "Plünderer", eine Spezialeinheit, die heimlich hinter den feindlichen Linien operiert und den Tsuranis immer wieder zusetzt. Doch die Moredhel, die dunklen Elben, die die Nordlande ebenfalls bewohnen und dessen Seelen abgrundtief schwarz sind, zeigen ungewöhnliche Bewegungen in ihren eigenen Reihen. Schon bald geraten die "Plünderer" in eine brenzlige Situation, als sie erschöpft auf die Moredhel treffen. Doch auch eine Gruppe Tsuranis, unter der Führung von Kommandeur Asayaga findet sich am selben Ort in derselben Situation. Da beide Gruppen die übermächtigen Moredhel nicht besiegen können bleibt ihnen keine an der Wahl, als sich zu verbünden und gemeinsam gegen den Feind anzutreten. Eine waghalsige Flucht beginnt bei der immer neue Situationen auftreten und den eigentlichen Feinden immer neue Herausforderungen begegnen, denen sie sich gemeinsam zu stellen haben.

 

Das Buch ist ein Knaller. Raymond Feist beweist wieder einmal, das er wirklich hervorragend schreiben kann. Nicht nur das die Story durchweg spannend ist und der Plot so schnell voranschreitet, das dem Leser nur selten die Möglichkeit bleibt einmal tief Luft zu holen, auch ist der Schreibstil sehr professionell und macht so das ein absolut flüssiges Lesen möglich. Dabei ist der Stil ansprechend und durchaus nicht als einfach zu bezeichnen. Wie schon bei seinen anderen Werken versteht es der Autor, seine Geschichte mit spannenden und teilweise herzzerreißenden Elementen zu füllen. Dadurch und durch die Tatsache, das viele Kleinigkeiten der Geschichte eben durch das Midkemia-Setting für jene die die ersten Bücher kennen einen hohen Wiedererkennungswert haben wirkt das ganze Buch in sich geschlossen und realistisch. Feist geht ebenso gekonnt mit seinen Protagonisten um, seien es die Guten oder auch die Bösen, und haucht ihnen bemerkenswert glaubenswürdig Leben ein. Dabei achtet er penibel darauf, das die Charaktere nicht einfach schwarz und weiß sind, nein, selbst die bösen Gegenspieler, scheinen zwei Seiten zu haben.

 

 

Fazit:

Raymond Feist beweist mit dieser neuen Serie wieder, das er nicht umsonst zur obersten Riege der weltbesten Fantasyautoren gezählt wird. Das Buch ist spannend und kurzweilig und wirkt dabei sehr realistisch und glaubenswürdig. Schön ist auch, das die Geschichte abgeschlossen ist und das diesmal auf eine fortlaufende Serie verzichtet wird. Auch die deutsche Übersetzung scheint gut gelungen zu sein, zumindest lässt sich diese Fassung flüssig und gut lesen. Einzig und allein die Übersetzung des Titels scheint mir merkwürdig, denn die "Brücke", nach dem die deutsche Fassung benannt ist, spielt zwar eine wichtige Rolle im Buch, aber der Originaltitel "Honoured Enemy" ist allein schon vom Sinn her sehr viel passender. Nichtsdestotrotz tut dies dem eigentlichen Inhalt des Buches keinen Abriss, denn dies ist und bleibt ein weiteres Meisterwerk des Meisters Raymond Feist. Wer Midkemia kennt und mag sollte das Buch unbedingt lesen, alle anderen sollten dies auch tun, wobei ich diesen zuerst das Lesen der originalen Serien empfehlen würde, obwohl das nicht unbedingt notwendig ist.