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Ketzer
Bewertung:
(3.5)
Von: Thomas König
Alias: Hugo Baldur
Am: 04.06.2013
Autor:Stephanie Parris
Typ:Roman – Historisch
VerlagBlanvalet / Randomhouse
ISBN/ASIN:978-3-44-26833-7
Inhalt:512 Seiten, Hardcover
Preis:19,99 EUR
Sprache:Deutsch

Inhalt

Giordano Bruno, als Ketzer auf der Flucht durch halb Europa, gerät in die erbarmungslosen Auseinandersetzungen zwischen englischer Staatsmacht und zu allem entschlossenen Papst treuen Fanatikern.

 

Auf der Flucht vor der Inquisition kommt Giordano Bruno nach Oxford. An seinem ersten Morgen im Lincoln College wird er von einem wild bellenden Hund und den entsetzlichen Schmerzensschreien eines Mannes geweckt. Das Tier wurde auf das Opfer gehetzt, doch der Rektor schweigt. Als ein weiterer Geistlicher, der dem katholischen Glauben abgeschworen hatte, brutal ermordet wird, fürchtet Bruno, dass er der Nächste sein könnte, denn der Mörder scheint es auf Glaubensverräter abgesehen zu haben. Holt Bruno die Vergangenheit, vor der er geflohen ist, wieder ein? Und welche Rolle spielt dabei die geheimnisvolle Tochter des Rektors, die sich verdächtig für Alchemie interessiert und für die der Mönch verbotene Gefühle hegt?

 

Der streitbare Freigeist Giordano Bruno begibt sich auf den gefährlichen, schmalen Grat zwischen Glauben und Ketzerei.

 

Die Handlung wird aus der Ich-Perspektive von Giordano Bruno erzählt, und so nimmt man als Leser teil an seinen interessanten Gedankengängen, die teilweise schon philosophisch sind.

Nach einem Prolog gelingt es nicht, sofort den Leser zu fesseln, und wer da keine Geduld hat, kann versucht sein, das Buch schon aus der Hand zu legen. Knapp hundertfünfzig Seiten vergehen so mit dem Einquartieren in Oxford und der Kontaktaufnahme mit den anderen Bewohnern und Gesprächen. Da kam schon mal ein bisschen Langeweile auf, und man schielte auf das nächste Kapitel, ob da wenigstens mal etwas passierte.

Aber dann gibt es einen Todesfall, der vom Rektor gleich als Unfall abgetan wird. Doch Bruno vermutet einen Mord hinter der Tat und dann gelingt es der Autorin, den Leser zu fesseln. Immer wieder gibt es neue Konstellationen, Hinweise etc., und man ist als Leser mit auf der Suche, wer dahinter steckt.

Punkten kann der Roman auch bei den gut ausgearbeiteten Figuren. Durch die Schreibweise in Ich-Perspektive hat man zur Hauptfigur gleich einen engen Draht, doch auch die anderen Charaktere sind gut ausgearbeitet und handeln nachvollziehbar. Die Auflösung des Falles hätte für meine Fälle etwas dramatischer sein können.

 

Fazit:

Wenn man die ersten einhundertfünfzig Seiten überstanden hat, erwartet einen ein gelungener Krimi vor einem historischem Hintergrund.