Leserbrief: Blasphemie in unserer Mitte!

In meiner Funktion als Dozent für komparative Supernaturalistik habe ich mich in letzter Zeit mit einer nur wenig bekannten Ausrichtung der übernatürlichen Kräfte befasst und schockierende Entdeckungen gemacht. Die Rede ist natürlich von der verdammungswürdigen Praktik, die von ihren Anhängern, den so genannten Kalashtar, als Psionik bezeichnet wird.

Fassen wir zuerst zusammen, was wir über die normale, gottgewollte Magie wissen: Es gibt sie in vier Ausrichtungen. Die Priester der silbernen Flamme bekommen ihre Kräfte direkt vom heiligen Feuer eingegeben. Die Druiden der nördlichen Lande, so barbarisch manche ihrer Bräuche auch sein mögen, gewinnen ihre Kräfte aus der Natur, also einer Schöpfung der Götter. Die arkanen Magier, auch wenn manche von ihnen der Blasphemie anheimfallen, gewinnen ihre Kräfte durch lange, harte und gottgefällige Studien der Schöpfungsgesetze und die Hexer schließlich gewinnen ihre Kraft von ihren Ahnen.

Doch woher gewinnen „Psioniker“ ihre Kräfte? Gespräche mit den wenigen Psionikern, die die Frechheit besaßen, offen in unserer schönen Stadt aufzutreten, enthüllten, dass ihre Kräfte „aus der Tiefe ihres eigenen Geistes“ kommen. Und noch schlimmer: sie behaupten sogar, dass ihre Kräfte denjenigen jedes Priesters oder Magiers ebenbürtig seien! Überlegen Sie sich, lieber Leser, was hier impliziert wird! Diese Häretiker stellen ihr eigenes Selbst auf eine Stufe mit der göttlichen Schöpfung, ja der Flamme und den Göttern selbst!

Doch damit nicht genug. Meine eigenen Studien haben noch viel erschreckendere Zusammenhänge ergeben. Tatsächlich kommt diese Kraft von einer Quelle, die ungleich finsterer ist. Die Psioniker begehen nicht nur Häresie in Geist und Wort, nein, sie paktieren mit dämonenartigen Kreaturen, den Quellen der Alpträume aufrichtiger Menschen, um diese zu erhalten. Zu welchen Tiefen der Niederträchtigkeit kann jemand noch sinken, der sich mit Wesen einlässt, deren erklärtes Ziel eine Invasion unseres heiligen Eberron ist, um all seine gottesfürchtigen Bürger auf ewig in Albträumen zu versklaven? Können wir dulden, dass diese Ketzer in unserer Stadt ihre eigene, verderbte Kommune errichten?

Nein, sage ich, und dies mit Entschlossenheit. Bürger Sharns, wehrt euch, solange noch Zeit ist! Betet zur silbernen Flamme, dass das göttlich reinigende Feuer auf sie niederfahren möge!

Professor Jakobian Dschigg, besorgter Bürger

Kommentar des Redakteurs: Die hier dargestellten Aussagen spiegeln nicht zwingend jene des Sharner Kobolds oder irgendwelcher seiner Redakteure wieder. [El]

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